Die Telekom beispielsweise unterhält etwa 17.000 Fahrzeuge in Deutschland, davon sind etwa 5.500 Geschäftsfahrzeuge und ca. 11.500 Fahrzeuge der Serviceflotte. Der überwiegende Großteil der Serviceflotte besteht ebenfalls aus Pkw. Die restlichen Fahrzeuge verteilen sich auf die Segmente Kleintransporter und Transporter.
Monatsverbrauch: 1,5 Millionen Liter
Im Monat tankt der Fuhrpark ca. 1,5 Millionen Liter. Weil der nicht elektrifizierte Flottenanteil aktuell hauptsächlich mit Diesel betrieben wird, ist eine überschlägige Kalkulation möglich, wie sich der Preisanstieg bei den Kosten auswirkt.
Der Dieselpreis ist binnen einer Woche von etwa 1,72 auf inzwischen 2,06 Euro (Stand 5. März, 13:00 Uhr) gestiegen. Das sind rund 20 Prozent. Die Spritkosten (überwiegend eben Diesel) pro Monat betrugen also im Februar noch etwa 2,6 Millionen Euro und dürften mithin auf etwa 3,1 Millionen Euro gestiegen sein. Die Mehrkosten betragen demnach etwa 500.000 Euro pro Monat.
E-Auto-Anteil hält Kosten im Zaum
Sie wären noch deutlich höher, wenn die Telekom nicht schon einen vergleichsweise hohen E-Auto-Anteil hätte. "Stand Ende 2025 sind über 60 Prozent der Geschäftsfahrzeuge elektrifiziert. Die komplette Elektrifizierung der Geschäftsfahrzeugflotte streben wir bis Ende 2027 an. Der Elektrifizierungsgrad der Serviceflotte beträgt zurzeit über 10 Prozent. Sukzessive elektrifizieren wir die Serviceflotte weiter unter Berücksichtigung von Nutzungsdauer der Fahrzeuge und Einsatzgebieten", sagt Alexandra Hörsch, Pressesprecherin bei der Telekom.
Keine PHEVs bei der Telekom
Tatsächlich fallen bei der Elektrifizierung Nachhaltigkeits- und Kostenziele zusammen. Die Telekom ist Teil der Science Based Targets initiative (SBTi). Die haben vier große Umwelt- und Wirtschaftsorganisationen bereits 2015 ins Leben gerufen. Sie verpflichtet Unternehmen, ihre Klimaziele an den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft (1,5°C-Ziel) auszurichten. Dementsprechend hat "die Deutsche Telekom (…) bereits sehr früh mit der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte in Deutschland begonnen. Wir haben uns auf konkrete CO₂-Einsparungen (v.a. Scope 1 +2) gemäß der SBTi-Empfehlungen verpflichtet. In diesem Rahmen erfolgt die Transformation auf eine nachhaltige Flotte. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt sehen wir über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge bei BEV auch Kostenvorteile. Insbesondere bei Wartungs- und Kraftstoffkosten sind BEV den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor deutlich überlegen", so Hörsch. Interessant: Mit Elektrifizierung sind ausschließlich reine Elektroautos gemeint, keine Plug-in-Hybride.
Siemens will 2030 rein elektrisch fahren
Siemens hat eine Unternehmensflotte aus 43.000 Fahrzeugen, von denen 13.000 reine E-Autos sind, also etwa 30 Prozent. Der Konzern reklamiert ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele für sich und "hat sich im Rahmen der EV100‑Initiative verpflichtet, seine gesamte Unternehmensflotte bis 2030 vollständig zu elektrifizieren. Das EV100‑Commitment ist Teil der umfassenderen Dekarbonisierungsstrategie von Siemens innerhalb unseres DEGREE‑Rahmenwerks, das unseren ganzheitlichen 360°‑Nachhaltigkeitsansatz beschreibt. Insgesamt geht es darum, bis 2030 klimaneutrale eigene Betriebsaktivitäten zu erreichen." Das bedeutet "100 % Elektrofahrzeuge, 100 % erneuerbare Energien und 100 % Netto-Null-Gebäude bis 2030".
SAP hält 18 Prozent Hybridfahrzeuge
SAP hält etwa 18.000 Fahrzeuge für Mitarbeiter. Die variablen Kosten für Kraftstoffe steigen naturgemäß analog der Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel. Aber, so SAP: "Die klare BEV-Strategie und die tatsächliche Umstellung auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge senken den Kostendruck etwas, solange die gestiegenen Ölpreise sich nicht auf die gesamten Energiekosten auswirken". Aktuell fahren bereits 38 Prozent der Flotte rein elektrisch. Anders als die Telekom, die keine PHEVs in der Flotte hat, sind 18 Prozent der SAP-Autos Plug-in-Hybride.
Aber SAP wird in Deutschland 2030 ebenfalls "fast keine Verbrenner" mehr in der Flotte haben. Das zahlt auch bei dem DAX-Unternehmen nicht nur auf die Nachhaltigkeitsziele ein, sondern reduziert die Kosten: Steffen Krautwasser, Head of Global Car Fleet bei SAP, sagt: "Aufgrund der steigenden Anzahl von Elektrofahrzeugen in der Unternehmensflotte sind wir als Unternehmen nicht mehr so stark abhängig von steigenden bzw. volatilen Treibstoffkosten wie in der Vergangenheit. Der größte Kostenblock bleibt der Wertverlust unserer Fahrzeuge". Gleichwohl, so Krautwasser, erhöhe ein Anstieg der Treibstoffpreise die Gesamtausgaben. "Das ist nicht schön, aber verkraftbar. Für eine bessere Planbarkeit benötigen wir stabile Energiepreise, sowohl für Treibstoff als auch für Strom."
