Jörg Burzer ist seit 2019 Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG und seit Dezember 2021 Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG. Er hat zum 01.12.2025 die Verantwortung für das Vorstandsressort Entwicklung & Einkauf sowie die Rolle des Chief Technology Officer (CTO) von Markus Schäfer übernommen. Zuvor verantwortete er das Ressort Produktion, Qualität & Supply Chain Management. In dieser Funktion steuerte er das globale Produktionsnetzwerk mit über 30 Standorten für Fahrzeuge, Antriebe und Batterien sowie die weltweiten Logistikprozesse. Zuvor hatte er verschiedene internationale Führungspositionen im Unternehmen inne. Seine Karriere bei der damaligen DaimlerChrysler AG begann er 1999 nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur an der Universität Erlangen-Nürnberg und der Promotion zum Dr.-Ing.
Im Video-Interview Burzer erklärt unter anderem, wie das neue Betriebssystem MB.OS alle Antriebe vereint und warum Level 4 der nächste logische Schritt nach den Erfahrungen mit Level 3 ist. Hier finden Sie eine Zusammenfassung des Video-Interviews (der Text ist mit KI-Unterstützung entstanden):
Jörg Burzer: Doch, das geht schon. Es liegt natürlich an dem Team, das MB.OS entsprechend entwickelt und jetzt mit dem neuen CLA ausgerollt hat. Da sieht man bereits, dass es auf der Powertrain-Seite flexibel ist. Wir haben den CLA batterieelektrisch, aber auch mit einem Verbrenner. Wir bringen das jetzt Step-by-Step in jedes Fahrzeug: mit dem GLC, dem GLB, der neuen S-Klasse und allem, was noch an Autos in nächster Zeit kommt. Wir sind in der größten Produktoffensive in der Geschichte des Unternehmens und jedes Fahrzeug bis zu den Vans wird MB.OS haben.
Burzer: Ich würde gar nicht sagen, dass das Defensive war. Wir haben als Erster ein Level-3-System auf die Straße gebracht und das war ein ganz wichtiges Lernfeld. Wenn man Innovationen marktfähig macht, muss man viel lernen. Wir haben gelernt, wie der Software-Stack mit dem Sensor-Set zusammenspielt und was der Kunde wirklich will. Unsere Level-3-Systeme haben eine "Operational Design Domain" (ODD), also eine Rahmenbedingung, in der man sie nutzen kann, die durchaus limitiert ist. Wir stellen uns nun die Frage: Kann man das Gelernte auf die nächste Stufe bringen? Und das ist dann natürlich Level 4
Burzer: Es ist ja nicht nur Hardware, sondern auch Software. Wir sind in China mit Momenta unterwegs und im Westen mit Nvidia. Von einem Lock-in-Effekt kann man eigentlich nicht sprechen, weil man gute Partner braucht, um Innovationen zu gestalten. Man muss die richtigen Partner auswählen, da es auch darauf ankommt, wie man Kunden marktspezifisch anspricht.,
Burzer: Ja, man kann die Daten nutzen. Die Daten sind nicht unbedingt abhängig von dem Hard- und Software-Stack, sondern für alle Systeme nutzbar. Das ist jetzt der Fall bei diesem Switch von Level 3 auf Level 2+ und eben auch auf Level 4. Wir machen das mit beiden Partnern, Momenta und Nvidia, zusammen.
Burzer: Wir tun das gerade mit einer S-Klasse in ein paar anderen Ländern. Wir wollen das auch in Deutschland möglichst schnell auf die Straße bringen, zusammen mit Partnern wie Lume [unklar] oder über [unklar]. Wir sind auch fähig, Level 3 wieder reinzubringen, aber das entscheidet am Ende der Kunde.
Burzer: Es kommt jetzt. Wir haben die ersten Autos auf der Straße, in diesem Falle in Abu Dhabi, wie wir im Dezember veröffentlicht haben. Die sind jetzt noch mit einem Sicherheitsfahrer unterwegs, weil wir immer noch lernen. Aber wir sind sehr zuversichtlich, sehr schnell in die Situation zu kommen, dass wir wirklich ein Level-4-System haben – auch ohne Sicherheitsfahrer
Burzer: Wir sind sehr intensiv dran, das in andere Märkte zu bringen, auch nach Deutschland und Europa. Ich würde sagen: noch ein bisschen abwarten. Aber wir werden die Systeme auch hier sehen und sind gespannt, wie das entsprechend genutzt wird.
Vielen Dank für das Gespräch!
