Der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos hat ein Problem – und das steckt unter der Haube. Wie fit ist die Batterie wirklich? Bisher oft eine Frage des Glaubens. Jetzt liefern TÜV NORD und das Münchner Car-Tech-Unternehmen Carly harte Fakten: Rund 50.000 Datensätze zu Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen zeigen, wie es um die Batteriegesundheit tatsächlich steht.
Die gute Nachricht vorweg: E-Auto-Batterien sind deutlich robuster als ihr Ruf. Der Median der sogenannten State-of-Health-Werte (SoH) liegt bei starken 96 Punkten – fast Neuzustand. Nur knapp zehn Prozent der Fahrzeuge fallen unter die 85-Punkte-Marke, ab der es für Reichweite und Wiederverkaufswert kritisch werden kann.
Doch es gibt einen Haken – oder besser gesagt: einen Kipppunkt. Bis etwa 90.000 Kilometer altern Batterien vergleichsweise entspannt. Danach zieht der Verschleiß deutlich an. Während der SoH vorher nur moderat sinkt, beschleunigt sich die Degradation jenseits dieser Marke spürbar. Bis zu 90.000 Kilometer kann man also entspannt cruisen, danach wird’s ernst. Wobei es ja erste Erfahrungswerte von Vielfahrern wie Taxis gibt, die mit 500.000 Kilometern noch von der Kraft der ersten Batterie profitieren.
