Mazda hat ein Verfahren entwickelt, mit dem CO2 aus dem Abgasstrom abgeschieden und im Auto zwischengespeichert werden kann. Hierfür werden die Abgase zunächst gekühlt und entfeuchtet, bevor sie in einem Adsorber genannten Bauteil durch mikroporöse, kristalline Silikate strömen. Dort lagert sich das CO2 ab. Durch regelmäßiges Erhitzen des Adsorbers wird es wieder freigesetzt und strömt in einen Speichertank. Dieser Speicher kann dann – beispielsweise beim Tankstopp – entleert oder ausgetauscht werden. Wie genau das funktioniert, ist hier erklärt.
Seit wann gibt es diese Idee der CO₂-Speicherung im Auto?
Diese Idee schwebte schon eine Weile herum, doch die Entwicklung begann tatsächlich erst 2024. Schon ein paar Jahre früher, als es so schien, dass die Zukunft elektrisch würde, begannen wir, uns über Alternativen Gedanken zu machen, schließlich braucht man für E-Mobilität eine Infrastruktur. Zudem zeichnete sich vor etwa zwei Jahren eine Trendwende ab – der E-Markt entwickelte sich nicht so wie vielerorts vorhergesagt. Möglicherweise dauert die Übergangsphase vom Verbrenner zum Elektroauto doch länger als erwartet. Wie kann man also anders CO₂-neutrale oder möglichst klimaschonende Mobilität ermöglichen?
Und da kamen Sie auf die Idee mit der Speicherung?
Das war erst die zweite Überlegung. Ein Weg zu CO₂-armer Mobilität ist natürlich der Treibstoff. Wenn man den Kraftstoff aus Öl herstellt, das man aus schnell wachsenden Algen gewinnt, so setzt die Verbrennung unterm Strich viel weniger Kohlenstoffdioxid frei als bei fossilem Treibstoff. Doch die Herstellung des Algenöls ist nicht vollkommen klimaneutral. Also überlegten wir, wie man einen Teil des CO₂ im Auto speichern kann.
Es heißt auch, durch den Treibstoff aus Algenöl und die Speicherung des CO₂ im Auto würde das Fahrzeug sogar CO₂-positiv fahren, also sozusagen der Atmosphäre CO₂ entziehen. Wie soll das funktionieren?
Wir glauben, dass durch optimierte Prozesse Biofuel aus Algen hergestellt werden kann, dessen CO₂-Emissionen vorher zu 90 Prozent beim Pflanzenwachstum der Atmosphäre entzogen wurden. Wenn wir durch die Speichertechnologie dem Abgas wiederum 20 Prozent CO₂ entziehen, hat der gesamte Prozess eine positive CO₂-Bilanz.
Welche weiteren Vorteile sehen Sie noch in dieser Technologie?
Ein weiterer ist die Infrastruktur. Biofuel könnte an jeder konventionellen Tankstelle verfügbar sein, anders als elektrische Energie. Zudem kann das gespeicherte Kohlenstoffdioxid anderen Zwecken zugeführt werden, etwa in der chemischen Industrie. Und man kann das CO2 auch als Dünger für die Algen verwenden – das wäre die Art nachhaltiger Kreislaufwirtschaft, die wir uns vorstellen.
In Rennwagen ist die Technik bereits im Einsatz. Ist es absehbar, wann wir den CO₂-Speicher in einem Serienauto sehen werden?
Das liegt noch weit in der Zukunft. Da ist noch viel Entwicklung nötig, unter anderem, um die Baugröße zu reduzieren. Zudem muss das System so preiswert werden, dass es auch in Kompaktfahrzeugen darstellbar ist. Wir arbeiten daran.
