Seat/Cupra-CEO: "Seat hat eine klare Zukunft"

Markus Haupt, CEO Seat/Cupra
„Seat hat eine klare Zukunft“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.02.2026
Markus Haupt
Foto: Seat

Im Oktober 2025 übernahm Markus Haupt den CEO-Posten von Seat und Cupra. Schon ab dem 1. April 2025 führte das Volkswagen-Eigengewächs die spanischen Marken interimsmäßig.

Vielen Führungswechseln gehen Krisen voraus. Mit der Marke Cupra haben Sie hingegen eine Erfolgsgeschichte geerbt – kurz nach Ihrer Bestätigung rollte der millionste Cupra vom Band. Erhöht das sogar den Druck?

Mir gefällt die Analogie eines Kapitäns: Ich habe ein gut laufendes Schiff während der Fahrt übernommen. Wir wissen, wo wir hinwollen, auf diesem Weg wird es jedoch Strömungsänderungen und Gegenwinde geben. Das zeigen die geopolitische Situation, sich wandelnde Gesetzeslagen und die unterschiedlichen Anforderungen von Märkten. Es wird keine einfache Welt mehr geben, die uns erlaubt, die Segel nur in eine Richtung zu setzen. Wir wollen so flexibel wie möglich agieren und haben das als höchste Priorität.

Das Fernziel Cupras war eine volle Elektrifizierung. Musste dieses mittlerweile aufgegeben werden?

Bei Seat und Cupra setzen wir uns voll und ganz für die Elektrifizierung ein. Sie ist ein Eckpfeiler unserer strategischen Vision und eine wichtige Säule unseres langfristigen Wachstums. In den letzten fünf Jahren haben wir Elektroautos auf den Markt gebracht, während wir gleichzeitig die größte Transformation in unserer Geschichte vollzogen haben. Zusammen mit dem Volkswagen Konzern, PowerCo und unseren Partnern haben wir 10 Milliarden Euro in das Projekt "Future: Fast Forward" investiert, um Spanien zu einem europäischen Hub für E-Mobilität zu machen. Und wir sind wirklich stolz, diese Transformation mit der Einführung des Cupra Raval dieses Jahr abzuschließen. Unser Engagement für die Elektrifizierung ist klar und bleibt unverändert. In der Zwischenzeit bleiben wir flexibel mit einem Portfolio aus Elektrofahrzeugen, Hybridantrieben und Verbrennungsmotoren.

Die Elektromobilität nimmt einen relevanten Marktanteil ein. Die kürzlich vorgestellte deutsche Prämie wird das Interesse weiter ankurbeln – in welcher Form muss sich zeigen. Knüpft Cupra sein Schicksal daran?

Elektromobilität ist die Zukunft. Das bleibt unsere Überzeugung und wir wollen den Kunden zeigen, dass sie sehr, sehr viele Vorteile hat. Es geht über die Nachhaltigkeit an Nummer 1 hinaus, ich glaube, es besteht zusätzliches Potenzial für Emotionalität. Als echter Motorsport-Fan habe ich mich durch die Formel E beispielsweise davon überzeugt, dass ein elektrisches Format viel Spannung bietet. Trotzdem wollen wir unseren Kunden nichts aufzwingen: Ja, er kann einen tollen Verbrenner mit starkem Motor und super Klang nutzen – aber auch ein E-Auto mit direktem Drehmoment und Innensound. Letzteres kann ohne Sound obendrauf entspannt 400 Kilometer Autobahn abspulen. Hierin besteht die Erfolgsformel von Cupra: Emotionalität, Design, und Sportlichkeit.

Bleibt dafür die Muttermarke Seat auf der Strecke? Die Unkenrufe über das Ende existieren bis heute.

Seat ist fester Bestandteil unserer Strategie und hat eine klare Zukunft. Wir arbeiten an den Modellen, statten die Händler mit neuen Autos aus und haben einen klaren Zeitplan für das Seat-Portfolio angekündigt: Einführung der Mild-Hybrid-Modelle des Seat Ibiza und Arona im Jahr 2027, Vollhybrid-Versionen des Seat Leon bis 2028 und Aktualisierungen der Seat Leon-Reihe bis 2029. Wir investieren also weiterhin in Seat und sehen den Nutzen für unsere Flexibilität. Die Marken müssen sich gegenseitig ergänzen. Das Duo ergänzt sich, um ein sehr breites Spektrum an Antriebsmöglichkeiten soll uns ausmachen und Erfolg bringen.