Das hat uns alle überrascht: VW liegt in China nach den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 wieder vorn. Für Deutschland normal, aber warum in China? Da lohnt sich schon einmal ein detaillierter Blick hinter die Kulissen, um zu verstehen, wie das geschehen konnte. Tatsache ist: Die 30 neuen Modelle, die VW für die nächsten Jahre dort in der Pipeline hat, sind noch gar nicht auf dem Markt, zwei davon wurden erst vorgestellt. Das kann es also nicht sein.

Kommt noch im ersten Halbjahr 2026 in China auf den Markt: der VW ID.Unyx 08.
VW ist vorn, weil der Verkauf von Verbrennern und Plug-in-Hybriden in China gut läuft. Der chinesische Staat hat nämlich die Förderung von E-Autos reduziert, dafür aber ein generelles Ankurbelungsprogramm für den Markt gestartet. Neukäufer bekommen einen Steuernachlass. Offensichtlich geht es einigen Herstellern in China so schlecht, dass der Staat stützend eingreifen muss.
Sehr deutlich kann man die Situation am bisherigen Marktführer BYD beobachten. Im Jahresvergleich stürzen die Produktionsziffern der Chinesen um 40 Prozent ab. Im Februar verkaufte BYD nur noch 190.190 Autos, dabei erstmals mehr im Ausland als in China selbst. Die starke Exportorientierung dieses Konzerns ist also verständlich.

BYD war zuletzt größter E-Auto-Bauer der Welt und hat auch Busse sowie Lkw im Programm.
Ich bin gespannt, wie lange BYD noch größter E-Auto-Hersteller der Welt bleiben wird. Der VW-Konzern macht sich mit neuen und attraktiven Modellen quer durch die Angebotspaletten auf, diese Position zu erobern. Und wenn man jetzt sieht, mit was für technisch herausragenden Autos die deutschen Premium-Hersteller im Elektrobereich auf den Markt kommen, scheint der gefühlte technische Vorsprung aus Fernost zu verschwinden.
Und Tesla? Gebe ich derzeit wenig Chancen. Hier fehlen neue Modelle völlig. Offensichtlich liegt der Fokus von Elon Musk auf anderem.
