Zukunftstag bei Ferrari: „Wir wollen die Top-Talente!”

Zukunftstag bei Ferrari
„Wir wollen die Top-Talente!”

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.03.2026
Wilhelm Hegger Ferrari Europe
Foto: Ferrari
Wie kam es zur Initiative "Zukunftstag"?

Wir möchten das Automobil und die Automobilwirtschaft als weiterhin attraktives Berufsfeld darstellen. Ferrari spürt den Fachkräftemangel in der Branche zwar nicht so ausgeprägt. Aber wir haben den Anspruch, dass wir stets die Top-Talente haben wollen, die unsere Marke repräsentieren. Zumal es in diesen Ausbildungsberufen statistisch gesehen hohe Ausfallquoten gibt. Das kann nur daran liegen, dass die jungen Menschen in einen Beruf gehen, bei dem sie zuvor noch nicht genau wussten, was auf sie zukommt. Eine herausfordernde Situation – nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die jeweiligen Unternehmen, die in den Nachwuchs investiert haben. Das wollen wir ändern.

Was ist das konkrete Ziel der Aktion?

Unser Ziel ist es, den Job des Kfz-Mechatronikers wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken und gleichzeitig darzustellen: Ferrari ist nahbar! Über einen strukturierten Ausbildungstag mit mehreren Stationen lernen die potenziellen Bewerber uns und wir sie kennen. Wir sehen, wie sie sich einbringen, welche Fragen sie stellen, wie interessiert sie sind. Letztendlich haben wir dadurch die Chance, zu sichten und gegebenenfalls eine akkuratere Vorauswahl zu treffen.

Also eher ein strategisches Instrument für Sie?

Genau. Der erste Schritt für die Jugendlichen sollte ja sein, dass sie danach sagen: "Ich sehe meine Zukunft in der Automobilwirtschaft – und dann gerne als Kfz-Mechatroniker." Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir diesen Beruf positiv nach außen tragen – dies geht über das Angebot eine Ausbildungsplatzes hinaus. Das ist auch eine gewisse Gesamtverantwortung, die wir da übernehmen.

Wenn es dann klappt mit der Ausbildung – wie geht es weiter?

Wir zeigen Mitarbeitern einen klaren Weg auf, wie sie sich bei Ferrari weiterentwickeln können. Ein Thema sind zum Beispiel die Testa Rossa Awards – ein globaler Wettbewerb, den wir mittlerweile in sechs Arbeitsbereichen haben. Die Qualifikation erfolgt in den jeweiligen Kontinenten und am Ende treten die Sieger aller Regionen im Finale gegeneinander an. Wir haben mittlerweile sechs Gewinner aus Zentraleuropa in den letzten sieben Jahren stellen können. Das bestätigt unser Ausbildungs- und Leistungsniveau. Wir müssen Menschen, die ambitioniert sind, die Möglichkeit bieten, sich weiter zu qualifizieren und zu messen. Das ist von großer Bedeutung. Sie kriegen dadurch den Anspruch, besser zu werden und diesen Anspruch weiterhin zu halten sowie auszubauen. Es ist wie im Fußball: Wer einmal Champions League gespielt hat, will das immer wieder tun.

Was macht das Unternehmen Ferrari für Sie persönlich aus?

Ich würde es in drei Punkten so zusammenfassen: Innovation, Tradition und Passion – das ist die Essenz von Ferrari. Dazu kommt eine besondere Art der Anpassungsfähigkeit, die bei uns auch ganz tief in der DNA verankert ist. Wir verfügen über eine gewisse Gelassenheit: Was auch geschieht, wir werden schon eine Lösung dafür finden. Ich versuche das auch mit meiner Familie so zu halten. Veränderung ist ein Teil des Lebens – gewöhne dich besser daran!

Gehört auch der Transformationsprozess zur E-Mobilität in der Branche dazu? Teile dieser Entwicklung hätte man vor zehn Jahren noch nicht in Betracht gezogen, oder?

Ich glaube, Enzo Ferrari hätte das immer in Betracht gezogen. Er war ein Vordenker, ein Visionär. Und er hat immer beobachtet, wo sich etwas entwickelt, und hat auch damals schon die Grenzen des Möglichen ganz bewusst verschoben. Wir haben bei Ferrari immer die Herausforderung, dass wir unsere Tradition und Innovation miteinander kombinieren müssen. Und jede Veränderung wird bewertet und hinterfragt – unsere Marke bewegt nun mal viele Menschen. Ich kenne die Zukunft nicht – aber man sollte dafür offen sein, sich auf Neues einzulassen und nicht etwas im Vorfeld schon verurteilen, von dem man noch nicht weiß, wohin die Reise letztlich geht.

Wie lässt sich das Fahrerlebnis künftig so transformieren, dass es weiterhin als markentypisch wahrgenommen wird?

Das Essenzielle bei Ferrari ist es, "Driving Emotions" zu erzeugen. Diese lassen sich in fünf Bereiche einteilen: Beschleunigung, Querdynamik, Sound, Power Control und die Verzögerung. In diesen Dimensionen definieren wir für alle unsere Modelle Zielwerte, die wir mit der sich stets weiterentwickelnden Technologie abgleichen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass das Produkterlebnis auch in Zukunft stimmt.